Literaturtipps 2013

Weiss, Otmar; Norden, Gilbert (2013). Einführung in die Sportsoziologie. Münster u.a., Waxmann, 237 S. (Waxmann-Studium) 

 

Die Sportsoziologie hat in den letzten Jahrzehnten wichtige Fortschritte erzielt und bedeutsame wissenschaftliche Erkenntnisse zur Verfügung gestellt, die Grundlagen für Theorie und Praxis, für Studium, Ausbildung und Beruf liefern. In diesem Sinne soll dieses Einführungsbuch Basiswissen über das Forschungsfeld vermitteln und zugleich eine Orientierungshilfe sein, indem sportsoziologische Themen, Theorien und Forschungsergebnisse anschaulich dargestellt und anhand von Beispielen näher erläutert werden. Die Lektüre des Buches ist insbesondere für Studierende der Sportwissenschaft und Soziologie gedacht, aber auch für alle, die am Sport interessiert sind und die Sozialwelt des Sports besser verstehen möchten.

Gruber, Hermann; Metzger, Josef (2013). Eine Spurensuche im Schnee: es begann in Wien; 100 Jahre Wiener Skiverband. Wien: Echomedia-Buchverlag, 231 S. 

 

Zum 100-Jahr-Jubiläum des Wiener Skiverbandes erinnern die Autoren Hermann Gruber und Josef Metzger an die Pionierzeiten des Skisports – als die ersten Schwünge und Sprünge in Wien in den Schnee gesetzt wurden. Zahlreiche Interviews mit Zeitzeugen dokumentieren die Bedeutung der Stadt Wien und jener Wienerinnen und Wiener, die im Skisport Weltpremieren initiierten und Meilensteine setzten.

Jahn, Michael; u.a. (2013). (un)fair zum Sieg? Chancengleichheit im Sport? Brunn am Gebirge: Linkikon, 125 S.  

 

Dieses Buch stellt sich der breiten Diskussion und des zunehmenden Interesses über sportethische Fragen. Prominente Persönlichkeiten (Beiträge von Bachl, Norbert; Gabriel, Holger; Kampits, Peter; Maier, Bernhard; Neuhold, Leopold; Voll, Stefan) beteiligen sich mit fundierten Beiträgen aus den Bereichen der Sportmedizin,der Sozial- und Individual-Ethik,der Sportwissenschaften und theologisch-ethischen Ansätzen.

Bergmann, Sigi (2013). Aus dem Notizbuch eines Sportreporters. Wien: Seifert Verlag, 224 S.
 
Aus dem österreichischen Sport ist der Name Sigi Bergmann nicht wegzudenken. Siebzehn Jahre lang war er „Mr. Sport am Montag“. Er berichtete von 20 olympischen Spielen, seine Boxübertragungen brachten ihm den Namen „The Voice of Boxing“ (Wolf Wondratschek) ein. Die Bücher, die er mit und über Ausnahmepersönlichkeiten des Sports schrieb, landeten verlässlich auf den Bestsellerlisten, und in seinen Reportagen klang unterschwellig stets die Botschaft mit: Die Welt ist immer noch eine Arena, und Spitzenstars sind Menschen wie du und ich. Nun hat Bergmann seine Aufzeichnungen zur Hand genommen, um seine Erlebnisse mit den Superstars des internationalen Sports zum Besten zu geben: Ali, Pelé, George Foreman, Franz Beckenbauer, Toni Sailer, Niki Lauda, Franz Klammer, Hermann Maier, Hans Krankl, Hans Orsolics und viele mehr. Und weil für Bergmann Sport und Kunst enge Verwandte sind, kommen in seinen Erinnerungen auch Größen aus Oper, Film und Theater vor: Plácido Domingo, José Carreras, Peter Ustinov, HelmuthLohner, Otto Schenk, Tobias Moretti … Sie alle sind Teil einer wechselvollen Geschichte, die vor über sieben Jahrzehnten in einem kleinen Ort in der Steiermark ihren dramatischen Anfang nahm.

Lilge, Wilhelm; Millmann, Gerd (2013). Sportland Österreich?: Athleten, Abzocker, Allianzen. Wien, Graz, Klagenfurt: Molden, 203 S. 

 

Null Medaillen für Österreich bei Olympia 2012 in London! Der wahre „Skandal“ liegt aber ganz woanders. Österreich hat eines der teuersten und kompliziertesten Sportfördersysteme der Welt, das von Politgünstlingen gerne als Spielwiese missbraucht wird. Nirgendwo sonst ist der parteipolitische Einfluss auf die „schönste Nebensache der Welt“ so groß. Gesponserten „Olympiatouristen“ aus Politik und

Wirtschaft stehen machtgeile Funktionäre, steuerliche Förderungen mit hoher „Versicker-Neigung“ und Dopingskandale der besonderen Art gegenüber. Nachhaltige Konsequenzen fehlen trotz zahlreicher Lippenbekenntnisse bis heute. Auf der anderen Seite ist Sport auch ein wichtiges Element österreichischer Identität: Erfolgreiche Spitzensportler werden zu Volkshelden und zum Wirtschaftsfaktor. Als aktive

Gesundheits-Vorsorgemaßnahme gewinnt der Breitensport konstant an Bedeutung. Sportler, Betreuer, Trainer und auch das Gros der Funktionäre engagieren sich hier großteils unentgeltlich – sind aber immer mehr frustriert. Das Fazit: Sport ist zu wertvoll, um von Politikern und korrupten Funktionären weiter vereinnahmt und zerstört zu werden. Wilhelm Lilge und Gerd Millmann decken in „Sportland

Österreich?“ die problematischen Strukturen und Abhängigkeiten im Hintergrund auf und präsentieren konkrete Schritte für eine bessere sportliche Zukunft unseres Landes.

Schweighofer, Christian (2013). Grundzüge des Sportrechts. Wien: Linde, 139 S. (Linde Praktikerskripten)

 

Das vorliegende Skriptum bietet einen Überblick über all jene Rechtsgebiete, die das Thema Sport mittelbar oder unmittelbar zum Inhalt haben bzw berühren. Das in der Öffentlichkeit in letzter Zeit stark und auch kontrovers diskutierte Thema Doping sowie dessen (Rechts-)Folgen finden dabei ebenso ihren Niederschlag in einem eigenen Kapitel wie die Sportorganisation in Österreich und das (monopolartig strukturierte) Verbandswesen. Ein Blick auf den Einfluss der europäischen Rechtsprechung rundet das Skriptum ab.

Feldkircher, Klaus; Schedler, Nicole (2013). Paralympisches Feuer im Schnee: der Weg des Austria Ski Team; elf Portraits. Innsbruck, Wien: Tyrolia-Verl., 247 S.

 

Elf erfolgshungrige Sportler im Porträt - Sportlich stehen sie schon lange nicht mehr im Schatten, die Skirennfahrer des AustriaSkiTeams Behindertensport. Sie arbeiten ebenso professionell und erfolgreich wie ihre nicht behinderten Kollegen. Und auch die mediale Aufmerksamkeit hat nachgezogen, spätestens seit Matthias Lanzinger bei den Behindertensportlern seine zweite Karriere gestartet hat. Die Paralympischen Spiele, die alle vier Jahre wenige Wochen nach den Olympischen Spielen auf denselben Pisten ausgetragen werden, sind für die Behindertensportler ein absoluter Höhepunkt. Darauf bereiten sie sich jahrelang vor, denn auch bei ihnen ist „Hauptsache dabeisein“ schon lange nicht mehr alles. In diesem Buch werden die elf Rennläuferinnen und Rennläufer vorgestellt, welche aller Voraussicht nach im März 2014 in Sotschi für Österreich auf Medaillenjagd gehen. Im Gespräch mit den Autoren berichten sie in diesem Buch von ihrem Werdegang, von Erfolgen und Niederlagen und lassen hinter die Kulissen der Vorbereitungen auf Olympia sowie in ihr Privatleben blicken – mit spektakulären Bildern aus dem Rennalltag. Neben den Porträts erzählt das Buch auch die Entwicklung, die der Behindertenskirennsport seit den Tagen des Versehrtensports nach dem Zweiten Weltkrieg genommen hat. Trainer und Betreuer kommen zu Wort, damit klar wird, wie professionell und leistungsorientiert heute auch im Behindertensport gearbeitet wird.

Hachleitner, Bernhard; Marschik, Peter; Müllner, Rudolf; Zappe, Michael (2013). Motor bin ich selbst: 200 Jahre Radfahren in Wien. Wien: Metroverlag, 191 S.

 

Die Metropole Wien ist nicht unbedingt als Stadt des Radverkehrs bekannt.Dennoch haben sich das Fahrrad und seine Nutzer/innen in den vergangenen fast 200 Jahren in vielfältiger Weise ins Stadtbild eingeschrieben. Von den adeligen Hochradfahrern im Prater bis zu den radelnden Ordnern sozialdemokratischer Massenveranstaltungen und von den Zielanku¨nften großer Radrennen bis zum aktuellen urbanen Zwist zwischen Auto- und Radfahrer/innen. Das Buch begibt sich auf die vielfältigen Spuren der Geschichte und Geschichten des Radfahrens in Wien, ohne dabei auf gegenwärtige Phänomene wie Veränderungen der Mobilität oder Radwegplanung zu vergessen.

Pillwein, Reinhard (2013). David gegen Goliath. Die österreichische Pokalgeschichte zwischen 1897 und 1949. Wien: Verlagshaus Hernals

 

Die Chronik beschäftigt sich ausführlich mit der österreichischen Pokalgeschichte zwischen 1897 und 1949. Sie ist in dieser Form das erste und einzige Werk, das sich umfangreich und ausschließlich mit diesen Fußballbewerben auseinandersetzt. Thematisiert wird neben dem Challenge Cup und den österreichischen Pokalbewerben der deutsche Tschammer-Pokal. Das Buch bietet neben historischem Bildmaterial zahlreiche Spielberichte, einen ausführlichen Statistikteil und Anekdoten aus den verschiedensten Dekaden.

Reicher, Dieter (2013). Nationensport und Mediennation: zur Transformation von Nation und Nationalismus im Zeitalter elektronischer Massenmedien. Göttingen: V&R unipress, 378 S.

 

Sport bringt zum Vorschein, wie groß die Bedeutung von Nation und Nationalismus in modernen Gesellschaften ist. Das Nationale verschwindet nicht, vielmehr bieten globale Massenmedien eine machtvolle Bühne für nationale Selbstdarstellungen und Zugehörigkeitsgefühle. Der hier als »leerer Nationalismus« bezeichnete Komplex an nationalen Wir-Bildern und Wir-Idealen bezieht sich nicht mehr hauptsächlich auf das Ziel kultureller Einmaligkeit, sondern auf Elemente einer Weltkultur. Dadurch werden aber auch globale Standards für die Darstellung von Nation und Nationalismus festgelegt. So wurden kriegerische Ideale im Zusammenhang mit Nationen überall in Europa durch zivilisierte Ausdrucksweisen nationaler Wir-Gefühle ersetzt. Diese Transformation ist auch das Resultat einer fundamentalen geopolitischen Verschiebung. Ausgehend vom Sport begann der »leere Nationalismus« sich in anderen kulturellen Bereichen niederzulassen. Nation und Nationalismus erhielten somit eine neue, ungeplante Legitimität.

Irndorfer, Karl (2013). Strukturreform des österreichischen Fußballs: der Ball ist rund, das Geld ist schwarz. Hamburg: disserta Verlag, 232 S. 

 

Obwohl die jüngsten Erfolge der Fußball-Nationalmannschaft sowie die passablen Leistungen der Klubmannschaften in europäischen Bewerben einen leichten Aufschwung des österreichischen Fußballs andeuten, können sie über eines nicht hinwegtäuschen: Der österreichische Fußball spielt im internationalen Kontext nach wie vor nur eine Nebenrolle. Zwar hat RB Salzburg in der Saison 2010/11 die Gruppenphase der European League überstanden, jedoch darf dabei nicht vergessen werden, dass dieser Bewerb nur der leistungsmäßig zweithöchste in Europa ist. Die letzten ernstzunehmenden Ergebnisse eines österreichischen Vereins im höchsten europäischen Bewerb liegen mit dem Einzug des SK Sturm Graz in die zweite Gruppenphase der UEFA-Champions-League in der Saison 2000/01 mittlerweile 10 Jahre zurück. Die Finalteilnahmen in anderen europäischen Wettbewerben von SK Rapid Wien sowie von SV Austria Salzburg datieren auf die Mitte der 90er Jahre. Ähnlich düster ist die Bilanz des Nationalteams, dessen letzte Qualifikation für ein Großereignis im Jahr 1998 zu verbuchen ist. Zwar kann noch die Teilnahme an der Europameisterschaft 2008 genannt werden, allerdings setzte diese aufgrund der Tatsache, dass Österreich als Austragungsland agierte, keine sportliche Qualifikation voraus. Die Teilnahme an der WM 2010 sowie der Euro 2012 wurden wieder klar verpasst. Warum aber ist einem heimischen Fan nicht vergönnt, in regelmäßigen Abständen das Glücksgefühl zu verspüren, wenn eine österreichische Mannschaft das entscheidende Tor in einem wichtigen Spiel erzielt? Liegt es womöglich daran, dass es den Österreichern „zu gut geht“? Ist es tatsächlich ein zu kleines Land, um im Konzert der Großen mitspielen zu können? Oder werden diese unumstößlichen „Wahrheiten“ und „Tatsachen“ bloß als Ausrede dafür benutzt, um von strukturellen Fehlentwicklungen und Missständen abzulenken?