Literaturtipps 2014

Decker, Wolfgang (2014). Antike Spitzensportler: Athletenbiographien aus dem Alten Orient, Ägypten und Griechenland. Hildesheim: Arete Verlag, 201 S.

 

Die Verehrung von Sportheroen ist ein zeitloses Phänomen. Während die Königsideologie Herrschern des Alten Orient und ägyptischen Pharaonen sportliche Höchstleistungen und Erfolge andichtete, werden wir in der griechischen Sportgeschichte mit historischen Tatsachen konfrontiert. Hier stehen die Sieger an den großen Sportfesten vor allem in Olympia in höchsten Ehren. Aus der tausendjährigen antiken Tradition werden 88 besonders erfolgreiche Athleten in Text und Bild vorgestellt.

Forster, David; Rosenberg, Jakob; Spitaler, Georg (2014). Fußball unterm Hakenkreuz in der "Ostmark". Anpassung, Lokalismus, Erinnerungskultur. Göttingen, Niedersachs: Die Werkstatt, 400 S.

 

Der Wiener Fußball zählte in der Zwischenkriegszeit zu den wichtigsten Zentren der europäischen Fußballkultur. Der Sammelband fragt nach den Veränderungen dieser Popularkultur nach dem »Anschluss« 1938 an das Deutsche Reich und den fußballerischen Beziehungen zwischen »Altreich« und »Ostmark«.Welche politischen Funktionen erfüllte der Fußball und inwiefern hatte der »normale« Sportbetrieb eine systemstabilisierende Rolle in der »Ostmark«? Wie äußerte sich der NS-Terror im Fußball? Welche Freiräume bot der Fußballplatz als öffentlicher Raum, in dem Protest artikuliert werden konnte? Wie können vorhandeneanti-deutsche Stimmungen bei Begegnungen mit Teams aus dem »Altreich« gedeutet werden? Welche Rolle spielten »Erinnerungsorte« des Fußballs nach 1945 für die österreichische Vergangenheitspolitik – und wie werden sie heute betrachtet? Der Sammelband zieht eine erste kritische Zwischenbilanz zum Forschungsstand bei den wichtigsten österreichischen Fußballvereinen und zeigt Bedarf an weiterer Forschung auf.

Zeyringer, Klaus (2014). Fußball: eine Kulturgeschichte. Frankfurt am Main: S. Fischer, 448 S. (S. Fischer Wissenschaft )

 

Fußball ist mehr als ein Sport - Fußball hat seit jeher die Menschen beflügelt. Indem dieser Sport Stammtisch und Intellektuellendiskurs verbindet, war er immer mehr als die Jagd nach einem Lederball. Hier wird jetzt seine Geschichte als Kulturgeschichte erzählt. Von den Anfängen in der Aristokratie Englands bis zum weltweiten Massenphänomen, von seinen politischen und sozialen Effekten bis hin zu seinen Spuren in der Alltagskultur, von Deutschland über Afrika bis nach Japan, Lateinamerika und den USA, von Mitte des 19. Jahrhunderts über die Zeiten der Diktaturen bis zur Globalisierung. Klaus Zeyringer rückt die schönste Nebensache der Welt ins glänzende Licht: witzig, informiert, überraschend und sehr unterhaltsam.

Radtke, Sabine; Doll-Tepper, Gudrun (2014): Nachwuchsgewinnung und -förderung im paralympischen Sport. Ein internationaler Systemvergleich unter Berücksichtigung der Athleten-, Trainer- und Funktionärsperspektive. Köln: Sportverlag Strauß, 392 S. (Schriftenreihe des Bundesinstituts für Sportwissenschaft 2014/02)   
 

Spitzenleistungen sowohl im paralympischen als auch im olympischen Sport sind das Ergebnis systematischer nationaler Förderpolitik, die in die gesellschaftlichen, kulturellen und sportstrukturellen Rahmenbedingungen eines Landes eingebettet ist. Im Hinblick auf den zentralen Bereich von Nachwuchsgewinnung und -förderung sind in vielerlei Hinsicht Unterschiede zwischen Nichtbehinderten- und Behindertensport auszumachen. Im vorliegenden Buch werden im Rahmen einer empirischen Analyse die Systembedingungen für eine erfolgreiche Nachwuchsgewinnung und -förderung in fünf paralympischen Sportarten in den Ländern Kanada, USA und UK untersucht. Dabei wird die Perspektive von Athleten, Trainern und Funktionären aus den drei Ländern berücksichtigt.

Skocek, Johann (2014). Mister Austria. Das Leben des Klubsekretärs Norbert Lopper - Fußballer, KZ-Häftling, Weltbürger. Wien: Falter, 224 S.

 

Norbert Lopper, der am 4. Juli 2014 seinen 95. Geburtstag feierte, führte ein bewegtes Leben. In Wien-Brigittenau als jüdischer Bub in bescheidenen Verhältnissen aufgewachsen, war Fußball sein einziges Vergnügen, mit dem er während seiner Flucht über Belgien und Frankreich auch seinen Lebensunterhalt bestritt. Doch die NS-Vernichtungsmaschinerie holte ihn ein und deportierte ihn nach Auschwitz. Er überlebte das KZ und rettete dort seine Mutter und seinen Bruder vor dem Tod in der Gaskammer. Sein Vater und eine seiner Schwestern wurden ermordet.

"Ich habe Auschwitz überlebt. Ich wog nach der Befreiung ungefähr 40 Kilogramm und war Invalide, wollte aber unbedingt wieder Fußball spielen.“ Doch Norbert Lopper musste seine aktive Fußballer-Karriere beenden und wurde für fast drei Jahrzehnte der legendäre „Sekretär“ der Wiener Austria. In dieser Zeit gewann "sein" Club 19 Meister- und Pokaltitel. Er arbeitet mit dem größten österreichischen Fußballer nach dem Krieg, Ernst Ocwirk zusammen. Legenden wie Josef Hickersberger, Tommy Parits und Herbert Prohaska wurden in seiner Funktionsperiode zu Stars. Der Fußball ist ein Ausdruck für die Sehnsucht des Menschen nach Gegenwelten zur Realität. Diese Sehnsucht ist so alt wie der Mensch. Lopper hat an Gegenwelten geglaubt, dieser Glaube hat ihm in mehrfachem Sinn das Leben gerettet. Denn das ist die Geschichte eines trotz größter denkbarer Widerwärtigkeiten freudvollen Lebens. „Ich habe keine Rachegedanken“, sagte er in einem der Gespräche über Zeiten und Welten, in denen er sich in den vergangenen 95 Jahren bewegt hatte.



Gießauf, Johannes; Iber, Walter M.; Knoll, Harald (2014). Fußball, Macht und Diktatur: Streiflichter auf den Stand der historischen Forschung . - 1., neue Ausg. . - Innsbruck  : Studien Verlag , 1., neue Ausgabe, 270 S.  (Veröffentlichungen des Ludwig-Boltzmann-Instituts für Kriegsfolgen-Forschung ; 22 )

 

Wie intensiv wurde der (Fußball-)Sport von historischen Regimen als propagandistische Bühne genutzt? Und umgekehrt: Inwieweit bzw. aus welchen Gründen arrangierte sich der (Fußball-)Sport mit dem jeweiligen Herrschaftssystem? Der vorliegende Band geht diesen Fragen auf den Grund. Anhand verschiedener Fallbeispiele wird einerseits der Forschungsstand aufgezeigt, werden andererseits Mythen aufgegriffen, analysiert und dekonstruiert. Über Beispiele aus der Antike und dem Mittelalter hinaus reicht die Themenpalette vom "Dritten Reich" bis in die Sowjetunion, von den - hier sowohl die Zeit der nationalsozialistischen als auch der kommunistischen Herrschaft betreffenden - Fußballmythen in Polen und der Ukraine bis ins franquistische Spanien. Zahlreiche Fußballklubs, darunter Rapid Wien, Spartak Moskau, Lazio Rom, Sturm Graz oder der FC Barcelona, werden ins Blickfeld genommen.



Bens, Jonas; Kleinfeld, Susanne; Noack, Karoline (2014). Fußball. Macht. Politik. Interdisziplinäre Perspektiven auf Fußball und Gesellschaft. Bielefeld: Transcript-Verlag, ca. 200 S.

 

Dieses Buch wirft einen kritischen Blick auf die sozialen, machtpolitischen, historischen und mythischen Strukturen des populären Fußballsports. Die Verquickungen von Fußball mit Prozessen von Macht und Politik werden an verschiedenen Fallstudien durch Beiträge aus unterschiedlichsten Blickwinkeln beleuchtet: Kulturanthropologie, Geschichte (Maya und Inka), Politik, Journalismus, Kommunikationswissenschaften, Gender Studies, Sportwissenschaften, Wirtschaftswissenschaften und Soziologie. Eine Lektüre lohnt sich nicht nur für Fußballfans, sondern für alle, die sich für ungewohnte Perspektiven und überraschende Einsichten in Geschichte und Gegenwart begeistern können.

Bachl, Norbert; Löllgen, Herbert; Tschan, Harald; Wackerhage, Henning; Wessner, Barbara (Hg.) (2014). Molekulare Sport- und Leistungsphysiologie. Molekulare, zellbiologische und genetische Aspekte der körperlichen Leistungsfähigkeit. Wien: Springer, ca. 500 S. (Erscheinungsdatum, ca. Juli 2014)

 

Molekulare Sport- und Leistungsphysiologie  ist die Lehre der Genetik und Signaltransduktion im Kontext körperlicher Aktivität. Ihre  grundlegenden Ansprüche liegen in der Erforschung des Einfluss der Genetik auf die sportliche Leistungsfähigkeit und der Anpassungsprozesse durch Bewegungs- oder Trainingsreize auf molekularer und zellulärer Ebene. Dieses Werk vermittelt Grundlagenwissen in Genetik, Molekular- und Zellbiologie, stellt molekulare Mechanismen in leistungsphysiologischen Systemen dar und verbindet sportmedizinische mit -wissenschaftlichen Aspekten der körperlichen Leistungsfähigkeit. Der Brückenschlag zwischen theoretischem Wissen und praktischer Umsetzung gelingt durch Einbindung methodischer Aspekte in die sog. „Tooltipps“. Das Buch richtet sich an Sportmediziner, Sportwissenschaftler und sonstige im sportmedizinischen oder -wissenschaftlichen Bereich tätigen Berufsgruppen und Studenten, die sich fundiertes Wissen über moderne Erkenntnisse der körperlichen Leistungsfähigkeit aneignen möchten.

Wiedemeier, Christian (2014). Olympia und der Boykott - Moskau 1980: Eine Medienanalyse der XXII. Olympischen Spiele von Moskau. Hamburg: Diplomica Verlag, 88 S. 

 

Der fünfte IOC-Präsident Avery Brundage bezeichnete Olympia einst als „die größte soziale Kraft dieser Welt.“ Seine Begründung: „Wo anders kann man Kommunisten, Kapitalisten, Royalisten und Sozialisten vereint marschieren sehen, wenn nicht bei den Olympischen Spielen.“ Doch 1980 in Moskau war es anders. Bei den ersten Olympischen Spielen der Neuzeit in einem sozialistischen Land marschierten Kommunisten, Kapitalisten, Royalisten und Sozialisten nicht vereint in das Olympiastadion von Moskau ein. Die Spiele wurden boykottiert, zwar nicht von der Mehrzahl westlicher Staaten, aber doch von führenden Industrie- und Sportnationen wie den Vereinigten Staaten, der Bundesrepublik Deutschland und Japan. In diesem Buch untersucht der Autor die Diskussionen und Entwicklungen, die 1980 zum Boykott der Olympischen Sommerspiele von Moskau durch 65 Staaten führten. Anhand von drei deutschen Zeitungen, der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (BRD), der Frankfurter Rundschau (BRD) und Neues Deutschland (DDR) wird im Untersuchungszeitraum 1. Januar bis 6. August 1980 die Berichterstattung der drei Tageszeitungen über die Boykottdebatte analysiert und die chronologische Entwicklung bis zu den Olympischen Spielen wiedergegeben. Der Untersuchungs-zeitraum erstreckt sich vom Beginn des Jahres 1980 über die IOC-Session und die Olympischen Winterspiele in Lake Placid im Februar bis hin zu der IOC-Session und den Sommerspielen in Moskau im Juli und August. Zudem wird untersucht, inwieweit die Olympischen Spiele als sportliches Großereignis unabdingbar von Politik und Medien abhängig bzw. mit ihnen verknüpft sind.

Holzer, Wolfgang; Reissner, Gert-Peter (2014). Einführung in das österreichische Sportrecht. 3. Auflage. Wien: Verlag Österreich, ca. 200 S. (Schriften zum Sportrecht; 3)

 

Die vorliegende Einführung erörtert in Kürze die wesentlichen Rechtsfragen der amateurmäßigen und professionellen Ausübung von in Österreich stark verbreiteten Sportarten. Das Sportrecht stellt eine Querschnittsmaterie dar, die auf dem Gebiet des öffentlichen Rechts, des Europarechts, des Arbeits- und Sozialrechts, des Sachenrechts, der zivil- und strafrechtlichen Haftung sowie des Wirtschafts- und Steuerrechts Fragen aufwirft. Dieses Buch wendet sich nicht nur an Studierende, sondern gibt darüber hinaus Sportinteressierten einen ersten Einblick in eine Reihe wichtiger rechtlicher Rahmenbedingungen.