Diplomarbeit

"Die Olympische Bewegung in Österreich - ein historischer Beitrag aus sportlicher und struktureller Sicht im Sinne der Olympischen Idee"

(Grundlage Diplomarbeit vom 29. Jänner 2013, die neuere Version vom 15. Jänner 2014 wird aktualisiert und spätestens am 23. März 2014 online gestellt)

Abstract

Fragestellung:

 

Die Fragestellungen werden in unterschiedlich umfangreichen Abschnitten dargestellt. Im ersten Abschnitt geht es um die „Entwicklungsgeschichte des Österreichischen Olympischen Comités“ und seinen Vorgängereinrichtungen, wobei schwerpunktmäßig im Zeitraum 1896-1934 der verschiedenen Komitees und der Gründung des ÖOC, im Zeitraum 1945-2012 einigen „nationalen und internationalen Entwicklungstendenzen im ÖOC“ großer Raum beigemessen wird. In den zwei weiteren großen Kapiteln wendet sich der Autor der „Leistungsbilanz“ österreichischer Athletinnen und Athleten bei Olympischen Spielen und Winterspielen zu. Diese Abschnitte skizzieren nicht nur die sportlichen Bilanzen Österreichs bei Olympischen Spielen und Winterspielen, sondern geben auch einen Einblick in die Anfangsgeschichte der Olympischen Winterspiele sowie Österreichs „sportliche“ Beiträge bei den „Olympischen Kunstwettbewerben“ (1912/1928-1948) und den bis 1992 durchgeführten „Demonstrationssportarten“. Im vierten großen Kapitel setzt sich der Autor mit dem Themenbereich „Verbreitung der Olympischen Idee in Österreich“, deren Einrichtungen (u.a. Österreichische Olympische Akademie, Olympia- und Sportmuseum) sowie verschiedenen Maßnahmen (u.a. Jugendspiele, Jugendlager) auseinander. Neben einem umfassenden Quellen- und Literaturverzeichnis wird im letzten Abschnitt ein Resümee der Arbeit dargelegt. Insgesamt kann darauf hingewiesen werden, dass mit dieser vorliegenden Arbeit eine bedeutende Grundlage für weitere Forschungen im Bereich der Österreichischen Olympischen Geschichte (Bewegung) vorliegt.

 

Methode

 

Die Arbeit umfasst ca. 325 Seiten Kerntext plus etwa 20 Seiten Anhang. Der Autor verarbeitet zahlreiche Quellen, periodische Werke sowie Sekundärliteratur (Literaturverzeichnis). In den hermeneutischen Teilen der Arbeit wird die historische Methode als wissenschaftliches Verfahren angewendet, um einschlägige historische Quellen aufzuarbeiten und eine Interpretation der verschiedenen Fragen der „strukturellen Entwicklung des Österreichischen Olympischen Comités“ sowie „der Maßnahmen zur Verbreitung der Olympischen Idee in Österreich“ darzustellen. Für die Periode 1894/1896-1934/1938 werden schwerpunktmäßig neben einigen Quellen (Staatsarchiv) periodische Werke (u.a. Allgemeine Sportzeitung (1895-1924), für die Periode 1945-2012 vor allem Sekundärliteratur (u.a. Jahrbücher, Berichte, wissenschaftliche Arbeiten) verwendet. Anderseits wird eine deskriptive Statistik verwendet, um eine „sportliche Leistungsbilanz Österreichs bei Olympischen Spielen und Olympischen Winterspielen“ darzustellen. Als Ergebnis werden die erhobenen Daten (startende Athletinnen und Athleten, Medaillen, Diplomplätze (4-8), erweitere Finalplätze (9-10), Teil der Sportarten/Disziplinen im olympischen Sportprogramm) strukturiert und inhaltlich beschrieben. Als Darstellungsformen werden vor allem Häufigkeitstabellen (93) und Listen (42) verwendet. Die Datenanalyse bezieht sich vor allem auf die vorhandenen Daten des „Österreichischen (virtuellen) Olympiamuseums“ (www.olympia.at/museum), der fünfbändigen „Chronik“ von Volker Kluge (1997-2002; 1999) mit Ergebnissen und kritischen Einführungen zu den Olympischen Spielen und Winterspielen sowie der umfangreichen Seite „Olympic Statistics and History“ (www.sportsreference.com/olympics).

 

Ergebnisse

 

Obwohl die moderne Olympische Bewegung bereits im Jahr 1894 mit der Gründung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) eingeleitet wurde, kam es in Österreich erst 1934 zur Gründung eines selbständigen Österreichischen Olympischen Comités (ÖOC). Bis zu diesem Zeitpunkt bestimmte Großteils die Vorbereitung und Beschickung von Olympia-Mannschaften zu Olympischen Spielen den olympischen Alltag der verschiedenen Komitees. Im Gegensatz zu den finanziellen Voraussetzungen (Toto, Bundessportförderungsgesetz) in der 2. Republik, waren die verschiedenen Komitees der Monarchie und der 1. Republik von Spenden und Mäzenatentum abhängig. In der Österreichischen Olympischen Bewegung der 2. Republik können einige Entwicklungstendenzen beobachtet werden. Mit Unterstützung nationaler und internationaler Finanzierungsmöglichkeiten (Sportförderung, Sponsoring) wurden gemäß den Statuten nicht nur die Beschickungen zu Olympischen Veranstaltungen veranlasst, sondern auch im großen Ausmaße die Sportfachverbände unterstützt. Erfolgreiche Bewerbungen um Olympische Winterspiele verliehen dem österreichischen Sport wertvolle Impulse. Der Verbreitung der Olympischen Idee (Österreichische Olympische Akademie, Olympia- und Sportmuseum) wurde lange Zeit viel Bedeutung beigemessen. Es ist jedoch zu beobachten, dass viele Ansätze und Tendenzen von einzelnen Personen, nicht aber von gewachsenen Strukturen ausgegangen sind.

 

Die Darstellung der Leistungsbilanz bei Olympischen Winterspielen unterstreicht, dass Österreich zwischen 1924 und 2010 insgesamt 201 Medaillen (55 x Gold, 70 x Silber, 76 x Bronze) in 12 Winter-Sportdisziplinen gewinnen konnte. Keine Medaillen gab es bislang im Curling, Eishockey und Short Track. Die führenden und damit mit Abstand dominierenden Disziplinen sind Ski Alpin (105), Sprunglauf (23), Eiskunstlauf (20), Rodeln (18) und die Nordische Kombination (12). Österreich zählt trotz Globalisierungstendenzen im Wintersport vor allem in den Sportarten Skilauf, Biathlon und Rodeln zur absoluten Weltklasse, nicht jedoch in den Sportarten Bob, Curling, Eislauf und Eishockey. Großteils ging der traditionelle Vorsprung in den Eissportarten (Eiskunstlauf) verloren bzw. konnte das Potential neuer Disziplinen nicht genutzt werden. Hingegen konnten in den neuen Sportdisziplinen Freestyle und Snowboard der Entwicklungsvorsprung in Medaillen und Finalplätze bei Olympischen Winterspielen umgesetzt werden.

 

Bei Olympischen Spielen (1896-2012) konnten Österreichs Athleten insgesamt 89 Medaillen (20 x Gold, 34 x Silber, 35 x Bronze) in 17 Sportarten/Disziplinen, in 24 Sportarten/Disziplinen Diplomplätze (4-8) sowie in 21 Sportarten (erweiterte) Finalplätze (9-10) erringen. Betrachtet man die Medaillenbilanz im Detail, findet man an den ersten acht Positionen Sportarten, die bereits zwischen 1896-1936 (ausgenommen Rudern 1900) in das Olympische Programm aufgenommen wurden. In Summe wurden im Kanusport (14), Schwimmen (12), Gewichtheben (9), Schießen (8), Leichtathletik, Fechten, Segeln (jeweils 7), Rudern, Judo (beide 5), Radsport, Reiten, Turnen (jeweils 3), Ringen (2) sowie Tennis, Handball, Fußball und Triathlon (jeweils 1) Medaillen gewonnen. Frauen gewannen bis dato in den Sportarten Leichtathletik (7), Fechten und Kanusport (jeweils 3), Schwimmen (2), Judo, Reiten und Triathlon (jeweils 1) Medaillen. Die Darstellung der Medaillenbilanz berücksichtigt nicht die vom IOC nachträglich nicht anerkannten Olympischen Zwischenspiele 1906 in Athen (9 Medaillen – 3/3/3) sowie die Medaillengewinner der Olympischen Kunstwettbewerbe 1912/1928-1948 (9 Medaillen – 3/3/3). Obwohl auch die Medaillen (2/1/0) des für einen amerikanischen Verein startenden Turners Julius Lehnhart vom IOC nicht anerkannt werden, wurden dessen Erfolge (3 Medaillen 1904) in die Statistik aufgenommen. Durchschnittlich erreichen Österreichs Teilnehmer bei Olympischen Spielen pro Spiele 3 Medaillen und rund 8 Diplomplätze (4-8).