"Heeressport - das Erfolgsmodell" - Teil 1

Als ich am 2. Oktober 1989 in die Maria-Theresien-Kaserne zu meinem Grundwehrdienst einrückte, war mir noch nicht bewusst, wohin mich die kommenden Jahre beruflich hin verschlagen werden. Am 27. November 1989 trat ich dann den Dienst als Grundwehrdiener („Systemerhalter") im Kommando Heeresport- und Nahkampfschule (HSNS) in 1140 Wien an, aus heutiger Sicht ein erster Schritt in die komplexe und interessante Welt des österreichischen Sports.

 

Nachdem ich bis zum Ende meines Grundwehrdienstes Ende Mai 1990 in der Kanzlei des "Dienstführenden" arbeitete, durfte ich in der ersten Phase meines Dienstes als Zeitsoldat ab 1. Juni 1990 persönlich dem damaligen Kommandanten der Lehrstabsgruppe Körperausbildung, Oberst Johann Dworak (†), als Mitarbeiter zur Seite stehen.

 

Von 1991 bis 1999 folgte inhaltlich die erste große Phase, die mir noch heute als sehr lehrreich, grundlegend und spannend in Erinnerung ist.

 

Unter der Leitung von Oberst Manfred Zeilinger, Kommandant der Lehrstabsgruppe Körperausbildung (seit 1999 im Heeres-Sportzentrum/HSZ als Heeres-Sportwissenschaftlicher Dienst/HSWD eine eigene Abteilung), kam ich im Besonderen aktiv und theoretisch mit den verschiedensten Bereichen der Sport- und Trainerausbildung sowie des Leistungssportes in Berührung. Schon damals beschäftigte sich eine Gruppe von ausgewählten Offizieren, Unteroffizieren, Zeitsoldaten und Grundwehrdienern verstärkt mit der komplexen Aus- und Fortbildung (Lehrwart und Trainer für Allgemeine Kondition, Rettungsschwimmen, Orientierungslauf, Schilanglauf) des Bundesheer-Sportfachpersonals sowie mit den Veranstaltungen von Seminaren (Fitness, Präventives Bewegungstraining), immer in Kooperation mit heeresinternen Akademien, Schulen und den vier österreichischen Bundesanstalten für Leibeserziehung (heute Bundes-Sportakademien). Die sportwissenschaftlichen Fragestellungen zur körperlichen Leistungsfähigkeit von Kadersoldaten und Leistungssportlern brachten ebenso wertvolle Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit - vor allem - militärisch-geförderten sowie meist ausdauer-orientierten Fachverbänden und Sportarten (Biathlon, Skilanglauf, Orientierungslauf, Militärischer Fünfkampf). Besonders im Bereich der sportwissenschaftlichen Dokumentation und Fachinformation konnte ich wertvolle Erfahrungen sammeln, galt es doch nicht nur nationale und internationale Dokumente der körperlichen Leistungsfähigkeit in Verbindung mit dem Militär für die Lehre zu sammeln, sondern im vermehrten Ausmaße Unterrichtsmedien- und materialien in Kooperation mit den Sportakademien zu gestalten und in Kooperation mit der Heeres-Druckerei zu produzieren. Nicht vergessen möchte ich an dieser Stelle die beginnende hervorragende Zusammenarbeit mit der Heeresbild- und Filmstelle (HBF) sowie der Heeresdruckerei (nun Heeres-Druckzentrum) des Bundesministeriums für Landesverteidigung (heute BMLVS).

 

Aufgrund der Umstrukturierung der HSNS in das Heeres-Sportzentrum (HSZ) im Jahr 1999 gab es damals kaum Möglichkeiten, einen adäquaten Arbeitsplatz zu besetzen, sodass noch der Weg in die berufliche Weiterbildung zielführend war. Doch, wie so oft im Leben, kam es ganz anders ...